Grüner Star: eine langfristige Zusammenarbeit
Beim grünen Star, dem Glaukom, handelt es sich um eine durchaus häufige chronische Augenerkrankung. Dabei gehen aufgrund vieler Faktoren Nervenfasern im Auge zugrunde. Die Folge dieses schleichenden Prozesses – unbehandelt- ist das sich von aussen nach innen auslöschende Sehvermögen, mit zunehmender Einschränkung des Sehfeldes, was schrittweise nur noch ein Tunnelblick ist und schliesslich in kompletter Dunkelheit endet. Das klingt dramatisch und ist dramatisch. Die gute Nachricht ist, dass man diesen Verlauf heute oft sehr wirksam beeinflussen und auch verhindern kann, indem man den Prozess erkennt und behandelt, bevor er eintritt.
Das bedeutet, dass man diese Krankheit, die man extrem lange durch keinerlei Symptomatik selbst bemerken kann, durch Untersuchungen erkennen muss. (Risiko abschätzen, Augendruck messen, Sehnerven beurteilen, ggf. Folge-Untersuchungen einleiten). Jeder sollte also im Leben alle paar Jahre den Augenarzt bitten, den Augendruck zu prüfen und den Augenhintergrund zu untersuchen.
Wenn die Erkrankung da ist, wird sie derzeit von vorn herein als chronisch, also nicht heilbar eingestuft und dann besteht die Aufgabe für den Arzt und seinen Patienten darin, diese Krankheit dann dauerhaft zu überwachen und zu behandeln.
Ein wesentlicher Faktor ist der unbemerkt erhöhte Augeninnendruck, wodurch die Durchblutung der Nervenfasern reduziert ist und diese unwiderbringlich absterben. Diesen Faktor kann man behandeln. Den Erfolg der Behandlung muss man überwachen und je besser Arzt und Patient hier zusammen arbeiten, je besser ist das Ergebnis. Ein unerkanntes oder vernachlässigtes Glaukom ist auch heute noch eine der Hauptursachen der Erblindung in den westlichen Ländern.
Wir bieten Ihnen augenärztlich ein Programm zur Überwachung an. So wie man erhöhten Blutdruck mit dem Hausarzt einstellen muss, um Komplikationen zu vermeiden, tut man das am Auge mit dem Augendruck und der Untersuchung des Augenhintergrundes.
Zunehmend wird erkannt, dass das Glaukom eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung ist und nicht isoliert auf das Auge betrachtet werden sollte. Viele Faktoren kommen hier also zusammen, die gemeinsam bewirken, dass ein Faserverlust am Sehnerven entsteht. In unserer Abteilung für Integrative Medizin helfen wir Ihnen, auf Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen können einzuwirken.
Was machen wir gemeinsam, wenn Sie ein Glaukom haben
Sie kommen 4x jährlich zu uns und wir stellen so mit gezielten Untersuchungen an jedem der 4 Termine pro Jahr sicher, dass Ihr Glaukom bestens eingestellt und überwacht ist. Wir fertigen dazu Gesichtsfelduntersuchungen, Schichtaufnahmen vom Sehnerven, eine Dokumentation des Druckverlaufes und eine Fotodokumentation am Augenhintergrund an.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Gesichtsfelduntersuchungen und die Augendruckmessungen bei der gesicherten Diagnose Glaukom. (In der Früherkennung übernimmt die Krankenkasse die Augendruckmessung nicht). Die Schichtaufnahme vom Sehnerven (OCT-Untersuchung) und die Fotodokumentation des Sehnerven sind seit vielen Jahren der Goldstandard in der Überwachung des Glaukoms, welchen die gesetzlichen Krankenkassen immer noch nicht übernehmen.
Um die Standard-Augendruckmessung als Hauptverlaufsparameter bei der Einstellung des Augeninnendruckes beim Glaukom genauer zu machen, zu individualisieren, empfehlen wir einmalig im Leben die Bestimmung der Hornhautdicke. Dabei ergibt sich ein individueller Korrekturfaktor, der für jede spätere Augeninnendruck-Messung angewendet wird und die gemessenen Werte nach oben oder unten korrigiert. Die Krankenkassen übernehmen diese Messung der Hornhautdicke nicht.
Eine einzelne Augendruckmessung bei uns spiegelt nur den in diesem kurzen Moment der Messung bestehenden Augendruck wieder. Dieser schwankt aber über den Tag ähnlich einer sinusförmigen Kurve und erreicht Höchst- und Tiefstwerte. Um einen umfassenden Überblick über die wirkliche Drucksituation zu erhalten ist es oftmals sinnvoll ein „Tagesdruckprofil“ zu erstellen mit vielen Messungen über den Tag/Nacht. Diese bisher immer nur im Rahmen eines über Nacht stationären Klinikaufenthaltes durchführbare Messung können Sie bei uns ambulant selber machen. Wir geben Ihnen nach Einweisung in die Messtechnik ein kleines, tragbares, vollautomatisches einfach zu bedienendes Messgerät mit nach Hause, Sie machen mehrfache Messungen, kommen nach 1 oder 2 Tagen wieder in die Klinik und wir lesen und werten die Messungen aus und können die Therapie individualisieren / optimieren. Die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.
Wer ist besonders gefährdet?
Wer Verwandte mit der Diagnose grüner Star (Glaukom) hat ist mehr gefährdet als andere Menschen und sollte einen Augencheck / Vorsorge Untersuchung (Augendruckmessung, Beurteilung des Zustandes des Sehnerven, idealerweise mit Fotodokumentation und bei Auffälligkeiten mit Schichtaufnahme des Sehnerven) alle 5-10 Jahre durchführen.
Wer selbst ein Glaukom hat und jeden Tag Augentropfen nimmt, sollte seinen Kindern empfehlen, den Augenarzt in der Hinsicht zu konsultieren.
Weiterhin gefährdet sind Diabetiker, diese Erkrankung im Laufe des Lebens zusätzlich zu entwickeln. Diabetiker sollten sich deshalb einmal jährlich die Augeninnendruckmessung als Vorsorge leisten.
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