Worin unterscheidet sich die integrative Medizin von der Sicht als Facharzt
Ein Arzt, der ganzheitlich arbeitet, schaut nicht (nur) auf einzelne Befunde, sondern stellt den einzelnen Befund in den Kontext aller Befunde.
Der ganzheitliche Facharzt betrachtet auch nicht nur einen IST Zustand, sondern zusätzlich ein dynamisches System, in dem die Beschwerden des ganzen Lebens sinnhaft aufeinander folgen, in einem Sinn-Zusammenhang stehen.
Bei chronischen Krankheiten geht man als einseitig nur an Leitlinien orientierter Facharzt nie davon aus, dass es eine Heilung geben könnte, weil es sie lehrmedizinisch nicht gibt. Es gibt A, B und C die Krankheit zu unterdrücken und wenn das nicht hilft, hat man als Facharzt alles getan. Am schlimmsten kommt es für jene Patienten, für die es kein schulmedizinisches Repertoire für die Krankheit (ggf. sogar keinen Namen) gibt oder das lehrmedizinische Repertoire am Ende ist, der Patient dann nicht selten sogar entweder als Simulant oder als psychosomatisch krank oder anderweitig „austherapiert“ eingestuft wird und die Behandlung dann oft gewissermaßen aufgegeben wird. Dieser Fall tritt für einen ganzheitlich arbeitenden Facharzt nie ein.
Ein ganzheitlich arbeitender Facharzt bezieht bei allen Beschwerden (an potenziell regenerierbaren Geweben) die Heilung einer chronischen Krankheit, nicht nur als Option ein, sondern er strebt sie an. Als integrativ arbeitender Facharzt setzt man sowohl Leitlinienmedizin und Methoden wie auch viele ganzheitliche Methoden gezielt ein.
Die ganzheitliche integrative Sichtweise hat also sehr viel mehr Instrumente (siehe Behandlungsmethoden) als die nur pharmazeutisch orientierten Behandlungsoptionen, welche aber selbstverständlich genauso nutzbar bleiben. Es ist für einen vielfältig ausgebildeten Facharzt kein Widerspruch, sondern ein SOWOHL- ALS -AUCH, diverse Methoden für seinen Patienten anzuwenden.
Während wir lehrmedizinisch die Krankheit benennen und die Industrie Mittel dagegen entwickelt, ist es in der integrativen Medizin, vor allem in homöopathischen Konzepten nicht primär relevant eine Beschwerde einer Krankheit/Diagnose zuzuordnen, den pathologischen Mechanismus im Körper (schon) zu kennen und schon (länger) benennen zu können. Dass wir diesen Teil nicht zwingend brauchen ist sehr vorteilhaft, insbesondere, wo wir neue Krankheiten haben, deren Erforschung Jahrzehnte benötigen wird.
Es ist selbstverständlich, dass je mehr wir über eine Krankheit wissen, uns das je mehr auch im ganzheitlichen Bereich weiterhilft. Aber wir können immer auch all die namenlosen Beschwerden aufgreifen und therapieren, bevor wir sie vollständig erklären können. Das ist eine herausragende Besonderheit.
Der ganzheitliche Facharzt nutzt alles, was die Lebensuhr im ordentlichen Takt hält.
Was sind die Behandlungsmethoden
Der Arzt, der ganzheitlich und schliesslich unter Einbezug der Leitlinienmedizin integrativ arbeiten möchte, braucht für den erweiterten ganzheitlichen Rahmen mindestens eine weitere Ausbildung, die ihm die Zusammenschau der Befunde in einem sinnhaften Zusammenhang erlaubt. Diesen Rahmen findet ein Arzt z.B. in der Auffassung der Chronischen Erkrankung von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie und seinen weltweit verbreiteten Nachfolgern aber auch in der Tradition der alten Medizinlehren in der abendländischen und fernöstlichen Heilkunst.
Integrativ bedeutet dann eine Behandlungsweise, dass ein Arzt durch viele Ausbildungen, die er neben der offiziell lehrmedizinischen Ausbildung durchlaufen hat, in der er schliesslich mit mehreren Instrumenten arbeiten und diese im Sinne eines wohl dirigierten Orchesters für die Behandlung seines Patienten einzusetzen vermag.
Diese Instrumente in der integrativen Medizin, die wir verwenden sind z.B.
- Die Anwendung homöopathischer Arzneimittel im klassischen Sinne (Ähnlichkeitsprinzip)
- Die isopathische Anwendung homöopathischer Arzneimittel im Sinne der Gegenregulierung der Nebenwirkungen diverser gehabter schulmedizinischer Therapien, Arzneimitteln, Behandlungen bzw. ihrer Imprints und Folgen im System
- Die Anwendung von Organpräparaten zur spezifischen gezielten Unterstützung der erkrankten Organe und Gewebe
- Die Anwendung potenzierter körpereigener regulativer Substanzen (Hormone, Neurotransmitter u.a.) zur Störungsbehebung in hormonellen u.a. Regelkreisläufen
- Die Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln, welche die Anlagen der Vorfahren berücksichtigen und ausgleichen können, miasmatische Arzneimittel
- Die Anwendung von natürlichen komplexen Substanzen, z.B. Pflanzenextrakten oder Mischungen davon, u.a. natürlich vorkommenden Heilmitteln in verschiedenen Darreichungsformen
- Die gezielte Untersuchung der Rolle von ggf. vorhandenen Umweltschadstoffen sei es in der Ernährung, im Umfeld oder weiteren Bereichen bei einer Erkrankung
- Die gezielte Anwendung von Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen im Sinne der orthomolekularen Medizin (teils je nach individueller Blutanalyse) im Rahmen der Heilung einer Krankheit. Wichtig hierbei ist: es geht in diesem Zusammenhang nicht um den Ausgleich von Mangelzuständen, die zu Krankheit führen, sondern um die Förderung der Heilung einer schon bestehenden Krankheit, entsprechend mit höheren Dosierungen im Sinne einer Arznei, anders als es mit der Nahrung aufnehmbar wäre und in Abgrenzung zur Nahrungsergänzung zur Gesunderhaltung. Link: Die Nährstoff-Therapie
- Die Regulation eines gestörten Mikrobioms im Darm, welches in der heutigen Lebens- und Behandlungsweise oft als erstes und schon frühzeitig im Leben Schaden nimmt und den Boden für viele Erkrankungen bereitet. Der Einfluss eines gestörten Darmmilieus wurde viele Jahrzehnte massiv unterschätzt und seinem Beitrag zur Heilung einer jedweden Krankheit kann man nicht genug Bedeutung einräumen, entsprechend wird dies immer auch ein Teil der Behandlung sein.
- Ernährung, Fittness, Anti-Aging – je nach Erkrankung sinnvolle Aspekte integrieren
- wo nötig Hilfe beim Finden heilsamer Lebensumstände bzw. zur Erkenntnis des individuellen Lebenskonzeptes
Die ganzheitliche integrative Sichtweise hat also sehr viel mehr Instrumente als die schulmedizinischen Behandlungsoptionen, die aber selbstverständlich genauso nutzbar bleiben.
Wenn die Gesundheit verloren gegangen ist, brauchen wir alle Bereiche sowohl den energetischen Bereich, den wir homöopathisch wirkungsvoll bearbeiten, indem wir die Lebenskraft lenken, als auch den materiellen körperlichen Bereich, in dem wir mit natürlichen Stoffen gezielt die Kraft zur Verfügung zu stellen, die eine Heilung benötigt.
Was unterscheidet den homöopathischen Arzt vom Heilpraktiker
Heilpraktiker können die alternativen Methoden sehr perfekt beherrschen lernen und es gibt viele, die hier segensreich ergänzend zu den schulmedizinischen Kollegen wirken und es gibt viele Kollegen unter ihnen, die bei der Behandlung chronischer Krankheiten mehr helfen können als ein Hausarzt der sich nur an Pharmakotherapie entsprechend der Leitlinien orientiert. Dennoch sind immer wieder auch die Grenzen im Verständnis und damit auch Grenzen der homöopathischen Behandlung bei vielen Heilpraktikern spürbar und das ist in der Ausbildung begründet. Alles, was erlernt wird, an schulmedizinischen Grundlagen und Heilverfahren, passiert für einen Heilpraktiker zunächst innerhalb von 3 Jahren. Nicht ohne Grund braucht es lange, den Körper zu studieren im Gesunden, dann im Kranken und dann die derzeitigen lehrmedizinischen „Heilverfahren“ zu lernen. Nach 6 Jahren damit voll ausgefülltem sinnvollen Studium der Humanmedizin hat man eine Basis, die man nicht in 3 Jahren erlangen oder gleich setzen kann. Man lernt als (homöopathischer) Arzt anschliessend an die 6 Jahre, dann entweder weiter in einer Facharztausbildung und erlernt zusätzlich 3 Jahre lang die Homöopathie und schliesst mit einer Prüfung ab. Dann hat erst man eine Basis für die integrative Medizin und lernt schliesslich lebenslang weiter.
Das Instrument der Homöopathie vor allem ist umso besser nutzbar, je mehr man von den Krankheiten selbst, der Schulmedizin, der Biochemie im Körper, der Molekularbiologie usw. versteht. Aber das Instrument ist auf jeder anderen darunter stehenden Ebene ebenso anwendbar. Auch die Mutter, die akut Arnika C200 erfolgreich bei einer Verletzung gibt, wendet die Homöopathie segensreich und erfolgreich – auf dieser Ebene – an.
Echte integrative Medizin auf hohem Niveau ist ohne den vollständigen schulmedizinischen Part undenkbar. Wir als Ärzte können von vielen Heilpraktikern sehr viel lernen und umgekehrt.
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